24. Sonn­tag im Jah­res­kreis (12.09.2021)

(Jes 50,5–9a; Jak 2, 14–18; Mk 8, 27–35)

Die­ser Je­sus pro­vo­ziert mich.
Ich re­ge mich auf, und er sagt mir: Ver­zeih!
Ich ha­be Angst, und er sagt mir: Hab Mut!
Ich zweif­le, und er sagt mir: Ver­trau!
Mir ist ängst­lich zu­mu­te, und er sagt mir: Bleib ru­hig!
Ich will al­lei­ne blei­ben, und er sagt mir: Komm und fol­ge mir!
Ich schmie­de Plä­ne, und er sagt mir: Gib sie auf!
Ich ver­schaf­fe mir Be­sitz, und er sagt mir: Lass ihn los!
Ich will Si­cher­heit, und er sagt mir: Ich ver­spre­che sie Dir nicht!
Ich will le­ben, und er sagt mir: Gib dein Le­ben hin!
Ich mei­ne, ich wä­re gut, und er sagt mir: Das reicht dir nicht!
Ich will Chef spie­len, und er sagt mir: Ver­su­che zu die­nen!
Ich will be­feh­len, und er sagt mir: Ge­hor­che!
Ich will be­grei­fen, und er sagt mir: Glau­be!
Ich will Klar­heit, und er re­det mir in Gleich­nis­sen.
Ich will Poe­sie, und er re­det mir kon­kret.
Ich will mei­ne Ru­he, und er will, dass ich un­ru­hig bin.
Ich will Ge­walt, und er re­det mir von Frie­den.
Ich grei­fe zum Schwert, und er sagt mir: Steck es ein!
Ich sin­ne auf Ra­che, und er sagt mir: Halt auch die an­de­re Wan­ge hin!
Ich re­de vom Frie­den, und er sagt mir, er sei ge­kom­men, um das Schwert zu brin­gen.
Ich ver­su­che, die Din­ge zu glät­ten, und er sagt mir, er sei ge­kom­men, um Feu­er auf die Er­de zu wer­fen.
Ich will grö­ßer sein, und er sagt mir: Wer­de wie ein Kind!
Ich will mich ver­ste­cken, und er sagt mir: Zeig dein Licht!
Ich will den ers­ten Platz, und er sagt mir: Setz dich auf den letz­ten!
Ich will ge­se­hen wer­den, und er sagt mir: Be­te im Verborgenen!

Nein! Ich ver­ste­he die­sen Je­sus nicht! Er pro­vo­ziert mich.
Wie so vie­le von sei­nen Jün­gern hät­te auch ich Lust, mir ei­nen an­de­ren Mes­si­as zu su­chen, der kla­rer ist und mich we­ni­ger for­dert. Aber mir geht‘s wie Pe­trus: Ich ken­ne kei­nen, der wie er Wor­te des ewi­gen Le­bens hat. Und des­halb blei­be ich bei ihm.

(Pa­ter Ze­z­in­ho, Brasilien)