(1 Joh 1, 7–11; Mt 5, 14–16)
Liebe Schwestern und Brüder,
wenn wir heute die Kerzen der Erstkommunionkinder segnen, dann passt das doch ganz gut zum Misereor-Sonntag. Denn, wo immer man versucht, Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihr Leben lebenswert leben zu können, da fängt die Zukunft an, da entzündet man Lichter am Ende eines Tunnels, der sonst dunkel bliebe.
Natürlich sind die Umstände in Kamerun ganz anders als in Birkenwerder. Und wir haben wirklich Glück, hier leben zu dürfen. Aber im Paradies leben wir auch hier nicht. Doch bei aller Mühsal und Not, Kindern und Jugendlichen eine Perspektive für heute und auch die Zukunft zu geben, mehr als alles brauchen sie Lichter der Liebe, der Wertschätzung, des Vertrauens. Das alles kann man mit Geld nicht bezahlen. Aber die Liebe kann nicht anders, als Lichter der Hoffnung für die Zukunft zu entzünden. Man wird sie sehen und heilsam erfahren, denn Liebe drängt immer in Hände und Füße. Das bedeutet, ein Licht auf den Leuchter zu stellen, wie es im Evangelium heute hieß.
Liebe kann nicht nur bei Worten bleiben, bei Versprechungen, die sich am Ende nicht erfüllen. Liebe will Leben schenken, muss anpacken, will verwandeln, bis ins Strukturen hinein, damit auch sie das Licht der Liebe widerscheinen.
Wenn wir also nachher die Erstkommunionkerzen segnen, dann mögen die Kinder selbst mit Gottes Hilfe zu Kerzen werden, in deren Schein sich Menschen wohlfühlen, deren Wärme Herzen erwärmt und hilft, wo immer es geht, Leben, Liebe, Menschlichkeit und Zukunft zu ermöglichen.
Das tun wir ja nicht automatisch, nur weil wir Christen sind. Wir müssen uns selbst immer wieder neu vom Feuer der Liebe entzünden lassen.
Das heilige Brot soll dieses Feuer in uns näheren und uns helfen, es in und bei anderen zu entzünden. Dann entsteht auch Gemeinschaft, die trägt, die gut tut, heilsam ist und Geborgenheit schenkt. Diese Art von Gemeinschaft nennt man lateinisch auch „Kommunion“. Das ist mehr als eine rein äußerliche Verbindung, da ist man innerlich verbunden und wird einander zum Licht. Daran sollen euch, liebe Kinder, die Erstkommunionkerzen erinnern. Zündet sie vor allem am Licht der Liebe Gottes und Jesu an. Vielleicht sind wir ja wie der Mond, der nur leuchten kann, wenn er von der Sonne angestrahlt wird. Gott strahlt euch mit seiner Liebe an, immer und ewig. Mögen wir alle heilsam für Viele und Vieles zurückstrahlen und so Zukunft anfangen lassen hier und überall. Amen.
(P. Thomas Röhr OCT)
https://gotteswort-weiblich.annette-jantzen.de/5‑fastensonntag-a-zum-evangelium
