Ers­ter Ad­vents­sonn­tag (28.11.2021)

(Jer 33,14–16; 1Thess 3,12–4,2; Lk 21,25–28.34–36)

Zum Be­ginn der Ad­vents­zeit pas­sen fol­gen­de Ge­dan­ken von T. Halík:

Wenn Gott ei­ne sol­che Ge­duld mit uns be­weist, kön­nen wir ihm da selbst un­se­re mensch­li­che, durch al­le Ge­brech­lich­keit un­se­res Mensch­seins be­grenz­te Ge­duld des Glau­bens, der Hoff­nung  und der Lie­be ver­wei­gern? Und zwar auch in den Au­gen­bli­cken, wo uns nicht so viel Ge­wiss­heit und Trost zu­teil wird, wie wir uns viel­leicht wün­schen, in Au­gen­bli­cken der Fins­ter­nis und Lee­re, in de­nen nichts üb­rig bleibt als zu war­ten – oder auf­zu­ge­ben und den Weg des War­tens zu ver­las­sen? (…) Auch der Tem­pel des Glau­bens kann in sei­nem hei­ligs­ten Teil dunk­le und lee­re Stel­len ent­hal­ten, so wie auch das „Hei­lig­tum der Hei­li­gen“ im Her­zen des Je­ru­sa­le­mer Tem­pels dun­kel und leer war – und trotz­dem ge­ra­de dort, in ihm, wohn­te Gott in sei­ner Herr­lich­keit. Das „War­ten auf Gott“ fin­det nicht nur im „Vor­zim­mer des Glau­bens“ statt, son­dern ge­hört zum Her­zen des Glau­bens selbst. (…) Ja, an ei­nen Gott zu glau­ben, den wir nicht se­hen kön­nen, heißt zu­min­dest auch zu hof­fen, er sei auch dort, wo wir ihn nicht se­hen, und oft auch dort, wo er nach un­se­rer fel­sen­fes­ten Über­zeu­gung nicht ist und nicht sein kann. 

(Tomáš Halík, Ge­duld mit Gott, Frei­burg im Breis­gau 2010, 247–249.)

Licht­se­gen

Se­gen sei mit dir,
der Se­gen strah­len­den Lich­tes,
Licht um dich her
und in­nen in dei­nem Her­zen,
Son­nen­schein leuch­te dir
und er­wär­me dein Herz,
bis es zu blü­hen be­ginnt
wie ein gro­ßes Torf­feu­er,
und der Frem­de tritt nä­her,
um sich dar­an zu wär­men.

Aus dei­nen Au­gen strah­le
ge­seg­ne­tes Licht,
wie zwei Ker­zen
in den Fens­tern ei­nes Hau­ses,
die den Wan­de­rer lo­cken,
Schutz zu su­chen dort drin­nen
vor der stür­mi­schen Nacht.

Wen du auch triffst,
wenn du über die Stra­ße gehst,
ein freund­li­cher Blick von dir
mö­ge ihn treffen.

(Al­ti­ri­scher Segenswunsch)