Ge­dan­ken zum Fest der Tau­fe des Herrn (12.01.2020)

( Jes 42, 5a.1–4.6–7; Apg 10, 34–38; Mt 3, 13–17)

Auf Je­sus schau­en

Die Tau­fe Je­su war für früh­christ­li­che Ge­mein­den ei­ne schwer an­zu­neh­men­de Tat­sa­che: Hat­te Je­sus es nö­tig? Brauch­te er ei­ne Tau­fe zur Um­kehr und Ver­ge­bung? So frag­ten sie und so fra­gen viel­leicht heu­te wir. Will man ihn ernst neh­men, dann hat er sich nicht zum Schein oder nur sym­bol­haft tau­fen las­sen. Dann hat er sich tref­fen las­sen von dem, was Jo­han­nes der Täu­fer ver­kün­de­te und war be­reit zu fas­ten und sein Le­ben neu an der To­ra aus­zu­rich­ten. Spä­ter dann wird als „Fres­ser und Säu­fer“ be­schimpft wer­den …

Auf ihn schau­en, heißt, kri­tisch fra­gen, ob er un­ter den Klei­dern, die wir ihm an­ge­zo­gen ha­ben, ei­gent­lich zu er­ken­nen ist. Auf ihn schau­en, heißt auch, wahr­neh­men, dass er, wie al­le su­chen­den und glau­ben­den Men­schen, ei­nen Glau­bens­weg ge­gan­gen ist. Er war fest ver­wur­zelt im Glau­ben sei­nes Vol­kes und dar­um konn­te er ganz of­fen sein für Gott und of­fen für Ihn blei­ben, konn­te sein Glau­be frei und be­weg­lich sein, konn­te er zur froh­ma­chen­den Bot­schaft wer­den, in de­ren Zen­trum die un­wi­der­ruf­li­che Zu­sa­ge Got­tes für je­den Men­schen steht: Du bist mei­ne ge­lieb­te Toch­ter, mein ge­lieb­ter Sohn!

(An­drea Teu­ber)