Ge­dan­ken zum Hoch­fest der Er­schei­nung des Herrn (06.01.2020)

(Jes 60, 1–6; Eph 3, 2–3a.5–6; Mt 2, 1–12)

Dem Stern fol­gen

Wir fei­ern heu­te die „Stern­deu­ter aus dem Os­ten“, wie sie bei Mat­thä­us hei­ßen. Und sie kom­men auch nur bei ihm vor. Denn er möch­te mit sei­nem Evan­ge­li­um deut­lich ma­chen, dass die Fro­he Bot­schaft al­len Men­schen gilt und dass man Je­sus auch fin­den kann, oh­ne vor­her mis­sio­niert wor­den zu sein. Denn schließ­lich ist es im­mer Gott sel­ber, der Ster­ne der Hoff­nung auf­ge­hen lässt, der in Be­we­gung setzt und fin­den lässt.
Kö­nig­lich sind die Stern­deu­ter aus dem Os­ten schon, denn sie ha­ben die Weis­heit und Grö­ße, in ei­nem Ba­by, in arm­se­li­gen Ver­hält­nis­sen, die An­we­sen­heit Got­tes zu se­hen und wert­zu­schät­zen.
Gott ge­fällt es, aus dem Rah­men zu fal­len, den Kö­ni­ge, Pries­ter und Theo­lo­gen ger­ne für Gott vor­se­hen. Aber es lohnt sich, nicht zu­erst auf sie zu hö­ren, son­dern dem Stern des ei­ge­nen Her­zens zu fol­gen und Gott in der All­täg­lich­keit un­se­res Le­bens zu su­chen, zu fin­den und da „an­zu­be­ten“, mit un­se­rer acht­sa­men und de­mü­ti­gen Lie­be.
Denn da ist im­mer „Er­schei­nung des Herrn“, wo wir ein­an­der das Gold des Ver­trau­ens, den Weih­rauch der Wert­schät­zung und die Myr­rhe ei­ner Lie­be schen­ken, die nicht nur nimmt, son­dern auch gibt, die sich durch Schmer­zen, Trä­nen und Nicht­ver­ste­hen nicht ver­trei­ben lässt, son­dern sich ge­ra­de dar­in als echt und tief er­weist.
Das fei­ern wir in un­se­rer Eu­cha­ris­tie­fei­er in Je­sus und Gott und bit­ten um Wand­lung un­se­rer Her­zen, Ge­dan­ken und Ge­füh­le im Sin­ne Got­tes.

(P. Tho­mas Röhr OCT)

Die klei­nen Ster­ne
schei­nen im­mer,
wäh­rend die gro­ße Son­ne
oft un­ter­geht.

(un­be­kannt)