16. Sonn­tag im Jah­res­kreis (17.07.2022)

(Gen 18, 1–10A; Kol 1, 24–28; Lk 10, 38–42)

Ge­gen­sät­ze?

Mar­tha
sich sor­gend
dass al­les wei­ter­geht
in Haus und Hof und Gar­ten
dass es läuft
das Le­ben der Lie­ben

das heißt für­sorg­lich –
auch gast­freund­lich – sein
al­les im Blick ha­ben

im Pri­va­ten und Dienst­li­chen
ALLES IM GRIFF
ge­ra­de in der heu­ti­gen Zeit
heißt das oft
Dop­pel­be­las­tung

al­les im Griff
al­les im Blick
auch mich???

man­che „Mar­tha“ –
auch man­cher „Mar­tin“ –
mö­gen dar­an zwei­feln

wie ganz an­ders Ma­ria
sie ent­zieht sich
dem „Tru­bel“ des Le­bens
setzt sich zu Je­su Füs­sen
um ganz Ohr zu sein
ganz zu ver­in­ner­li­chen
was er sagt
und wird ge­lobt
„Sie hat den gu­ten Teil ge­wählt.“

hat sie den bes­se­ren Teil ge­wählt???
hat sie die ge­samt Leh­re Je­su ver­stan­den???

ich glau­be
die bes­ten Zu­gän­ge zum „Le­ben“
zu uns selbst
und
zu Gott
kön­nen wir fin­den
und
sinn-er­füllt le­ben
wenn wir dem Hl. Be­ne­dikt fol­gen

ORA ET LABORA – be­te und ar­bei­te

be­ten – das heißt:
Sinn­fin­dung –
über das Welt­li­che hin­aus
be­sin­nen
auf das We­sent­li­che
hö­ren
was mir zu­ge­spro­chen wird
Rück­zug
aus der Be­trieb­sam­keit der Welt

um bei mir selbst
und
bei Gott
an­zu­kom­men

be­ten
in­ner­hal­ten
rück-be­sin­nen
in den ganz un­ter­schied­li­chen For­men
und Zu­gän­gen

um dann

mein Ar­bei­ten
aus ei­nem gu­ten Blick­win­kel
se­hen zu kön­nen
oh­ne mich selbst zu ver­lie­ren
oh­ne mich selbst zu über­for­dern

dann kön­nen bei­de „See­len“
sich zu ei­nem Gu­ten ver­bin­den

Ma­ri­as und Marthas

bei je­der Frau –
bei je­dem Mann

ORA ET LABORA
bie­tet auch un­se­rer Zeit
ei­ne gu­te Chan­ce

nut­zen wir sie!?

Bea­trix Senft (2022)