Ge­dan­ken zum Hoch­fest der Er­schei­nung des Herrn (06.01.2021)

(Mt 2, 1–12)

Die Spi­ri­tua­li­tät der Sterndeuter

Au­dio­ver­si­on

Wir fei­ern die glück­li­che An­kunft der Stern­deu­ter aus dem Os­ten bei dem Kind von Bet­le­hem. Nie­mand hat­te sie ge­ru­fen, noch hat­te ih­nen je­mand die Fro­he Bot­schaft des na­hen Got­tes in Je­sus ver­kün­det. Ein­zig ein Stern ist ih­nen auf­ge­gan­gen, der sie zum Auf­bruch er­mu­tig­te und am En­de ein Kind fin­den ließ. Doch zu­nächst such­ten sie das Gro­ße bei den Gro­ßen und fan­den — nichts. Aber we­nigs­tens ei­nen Hin­weis bei de­nen, die zwar Tra­di­tio­nen hü­te­ten, aber zum Auf­bruch nicht mehr be­reit wa­ren. Sie wa­ren Ge­fan­ge­ne ih­rer Angst um sich selbst.
Got­tes We­ge zu uns sind al­les an­de­re als ge­ra­de, aber sie sind wun­der­bar. Die Stern­deu­ter aus dem Os­ten zei­gen uns, wie Gott Men­schen er­reicht, be­rührt und be­wegt. Gott geht nicht aus­ge­tre­te­ne, be­kann­te Pfa­de, ihm be­geg­net, wer of­fen ist und be­reit, ehr­furchts­voll im Klei­nen, Schwa­chen, Be­dürf­ti­gen und Ver­letz­li­chen Got­tes Nä­he zu se­hen. Die Spi­ri­tua­li­tät der Stern­deu­ter ist ei­ne Spi­ri­tua­li­tät der Of­fen­heit, Auf­merk­sam­keit, Be­hut­sam­keit und ech­ter De­mut. Sie ver­bin­det Men­schen in ih­rem tiefs­ten Mensch­sein, des­sen tiefs­ter Grund Gott sel­ber mit vie­len Na­men ist.

(P. Tho­mas Röhr OCT)